Grußwort

Dr. Wieland Holfelder,
Engineering Director Google Germany

 

Code zu verstehen heißt, die Welt von heute zu verstehen. Die digitale Revolution hat nicht nur den Arbeitsmarkt verändert, auch in Alltag und Freizeit begegnen uns Technologien und Algorithmen an vielen Stellen – mal offensichtlich, mal eher verdeckt. Junge Menschen bewegen sich selbstverständlich in dieser Welt, wachsen in ihr und mit ihr auf. Sie dabei zu begleiten und sie im sicheren und kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu schulen, ist eine der wesentlichen Herausforderungen zeitgemäßer schulischer und außerschulischer Bildung.

Medienkompetenz als die Fähigkeit, sich in der digitalen Welt sicher und natürlich zu bewegen, zu verstehen wie die Dinge in der digitalen Welt funktionieren, Informationen kritisch zu bewerten und selbst Inhalte digital zu gestalten und online zu stellen, muss dabei einhergehen mit Informatik als Wissenschaft der Computer und Algorithmen. »Jeder kann Programmieren« bedeutet dabei nicht, dass jeder Softwareentwickler werden muss oder soll. Es geht in erster Linie um Herangehensweisen zur Lösung komplexer Probleme, um analytisches Denken und systemisches Verständnis. Und es geht um Anschlussfähigkeit, um Innovation und die wachsende Nachfrage nach gut ausgebildeten, leidenschaftlichen Fachkräften in der IKTBranche. Mein erster Computer war vor über 30 Jahren ein ZX81 von Sinclair. Die Möglichkeiten, das erste Mal selbst Inhalte auf einen Bildschirm zu projizieren, zu beeinflussen, wie Informationen beund verarbeitet und dann für andere dargestellt werden, hat mich persönlich inspiriert, meine Leidenschaft geweckt, und mich dann auch dazu bewegt, Informatik zu studieren. Man hört manchmal den Satz: »Programmierer regieren die Welt.« Das ist sicher etwas übertrieben. Fakt aber ist: wer Software versteht oder sogar selbst schreibt, der kann auch die Welt um sich herum besser verstehen und sie an der einen oder anderen Stelle auch gestalten.

Google setzt sich seit vielen Jahren und mit vielen Initiativen für die Förderung von Informatik in Bildung und Ausbildung sowie von Open Source Software ein. Wir freuen uns sehr, unser Engagement für beide Ziele mit »Open Roberta« auf eine noch breitere Basis zu stellen. Ich wünsche dem Fraunhofer-Institut IAIS und den Roberta-Lehrern viel Erfolg mit der Initiative und hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, noch mehr Mädchen und Jungen für Robotik, Softwareentwicklung und Informatik zu begeistern.


Dr. Wieland Holfelder

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